Im Rahmen unserer Gastvorlesungsreihe ‚Psychoanalyse & Gesellschaft‘ wird auch Markus Brunner (u.a. Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien) zu uns kommen. Hier der Abstract seines Vortrags über psychologische Betrachtungenen gesellschaftlicher Phänomene und deren Grenzen am Beispiel des Antisemitismus:

„Ohne eine Analyse auch seiner affektiven Dimension ist der Antisemitismus nicht zu verstehen. Die psychoanalytisch orientierte Sozialpsychologie hat deshalb genau diese in den Blick genommen: Den Hass auf, die Angst vor und die wahnhaft verzerrte Wahrnehmung der Juden und Jüdinnen. In meinem Vortrag will ich eine psychoanalytische Annäherung an den Antisemitismus vorstellen und zu erklären versuchen, wie antisemitische Bilder individuell angeeignet werden und sich mit psychischen Konflikten verbinden und welche Rolle dabei massenpsychologische Prozesse spielen. Zugleich soll aber auch aufgezeigt werden, wo die Grenzen einer solchen psychologischen Perspektive liegen: Dass sie das gesellschaftliche Phänomen Antisemitismus ebenso wie die untersuchten innerpsychischen Konfliktlagen nicht als historische zu erfassen vermag. Der Vortrag soll also auch dazu dienen, das Verhältnis von Psychoanalyse und einer genuin historisch denkenden kritischen Gesellschaftstheorie genauer zu befragen.“

09. Dezember, 19 Uhr, HS 10.

Wir freuen uns auf euch!