Gastvortrag Nr. 3 der Vortragsreihe der StV. Psychologie!

Die Kritische Psychologie entstand aus der Studierendenbewegung, welche der traditionellen Psychologie u.a. Ausblenden sozialer Zusammenhänge und eine Tendenz zur „Psychologisierung“ gesellschaftlicher Widersprüche vorwarf.
Als Denkschule mit paradigmatischem Anspruch bleibt sie jedoch nicht bei einer Kritik stehen, sondern wendet sich den unausgewiesenen kategorialen Grundlagen und dem “Primat der Methode vor dem Gegenstand” des psychologischen Mainstreams zu, und versucht hier verändernd zu wirken.
Um die kategorialen Grundlagen der Psychologie überhaupt angemessen diskutierbar zu machen, hat die Kritische Psychologie ihre Begrifflichkeit aus der historischen Rekonstruktion des Psychischen gewonnen und damit erstmals eine der „Aktualempirie“ vorgelagerte Ebene der Auseinandersetzung eröffnet.
Methodologische Folge dieser Vorgehensweise ist eine veränderte Forschungsperspektive: Gegenstand subjektwissenschaftlicher Forschung ist nicht das Subjekt, sondern dessen Welt, wie sie von ihm empfindend, denkend und handelnd erfahren wird.

Prof. Dr. Morus Markard ist Hochschullehrer am Fachbereich für Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin. Er studierte u.a. beim Klaus Holzkamp, der gemeinhin zu den Begründer*innen der Kritischen Psychologie zählt. Er ist mitarbeitend an den Zeitschriften „Forum Kritische Psychologie“ und „Das Argument“.

Veranstaltung: Mittwoch 07.01., 17 Uhr, HS 2.